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SMS IST NICHT GLEICH SMS (Chapter 15)

 

Der Sommer 2013, der so erbärmlich begann und sich vom hässlichen Entlein, im Juli und August zu einem stolzen Schwan erhob, zuckt nun in seinen letzten Momenten. Da darf man durchaus mal ein wenig melancholisch werden und auf den gerade zu Ende gegangene Zeit zurück blicken.

 

Im Jahr 2013 ging eine Ära zu Ende. Nach jahrelangen, gemeinsamen Fahrten zu einem der größten deutschen Electro Festivals, entschied sich das „Endstation Sommercamp“, keinen weiteren Sommer dranzuhängen. Väth sei dank, durfte der Flaver im Sommer 2012 beim letzten Sommercamp dabei sein, so dass auch zu diesem Festival eine kleine Anekdote erzählt werden kann.

 

Die Geschichte der Sonne Mond und Sterne liest sich durchaus wie ein neuzeitliches Sommermärchen. Ganz ohne Klinsi, dem Capitano, Fußbällen und Herrn Wörthmann.

 

Im Jahre 1997 gegründet, bestand die SMS lediglich aus einer kleinen Bühne, ein paar verrückten Technofreaks und einer entsprechenden Anlage. 2.300 Besucher wurden gezählt. Nach diversen Locationwechseln zu Beginn und Ergänzung des Sommercamps um ein Wintercamp in 2001 und 2002, fand das heutige Sonne Mond und Sterne Festival 2004 an der Bleilochtalsperre sein Zuhause.

 

Hügelig geht’s zu rund um das Festivalgelände. Und über diese Hügel erstrecken sich an den drei Festivaltagen Millionen von Zelten, Pavillons, Bully’s und vor allem Soundsystemen. Selbst auf dem offiziell eingetragenen „Silent Camping“ geht keine Sekunde verloren. Der 4/4 Takt steht nie. Nicht Tag und schon gar nicht Nacht! Kein Regen und Matsch kann die Raver dort aufhalten…gehen die drei MonsunSMSen doch in die Niederschlagsanalen der dortigen Gemeinde ein. Natürlich hat’s immer angefangen zu schütten kurz nachdem Sven Väth angefangen hatte zu spielen. Blöd nur, dass es anschließend einfach nicht aufhören wollte…zumindest nicht vor Sonntag morgen, wenn’s zum finalen Frühschoppen an der Beach Bar ging.

 

Der Osten unserer Republik steht der Clique um E-Punk und Frau Gerber naturgemäß sehr nahe. Inklusive des dort so regelmäßig stattfindenden Festivals, der Umgebung und des meist sensationellen Line Ups, wurde die Bleichlochtalsperre schnell zu einem festen Ausflugsziel im Kalender dieser Truppe. Nebst dem üblichen Anhang, der sich zu solchen Exkursionen ja gerne findet, nahm man und Frau ein ums andere Jahr die beschwerliche Fahrt ins liebliche Thüringen auf sich, um Techno, Pfeffi, Angeln und sonstigen funny things zu frönen.

 

15 bunt gemischte Freaks aus dem eloquenten Stuttgart inmitten unter 35.000 aus ganz Deutschland und Europa angereisten Fans der elektronischen Tanzmussik…klar, dass da ein gewisser Slapstick nicht auszuschließen ist! Für mich fand der vorgezogene Highlight ja bereits kurz nach der Ankunft im Jugendsommerlager Saalburg statt: das Überdachen des Gemeinschaftsbereiches zwischen unseren Baracken, um uns vor evtl. Regen und Kameras der bewaffneten Luftpolizei zu schützen. Vier mehr oder weniger Hochbegabte mit der Aufgabe aus zwei Sprintern, zwei Planen und diversen Stangen und dem unverzichtbaren Gaffa, überbieten sich in derart gewagten Thesen, Theorien und Stunteinlagen, dass am Schluss eine unverwechselbare, einzigartige Wagen-/Barackenburg daraus wird!

 

Wenn dann noch traditionell der Geburtstag einer der weiblichen Teilnehmerinnen ins Programm rutscht und der zu Brett gebrachte personifizierte Unsinn namens Looping Louie im Gepäck ist, ist schon in der ersten Nacht Hardcore Thrash TV angesagt.

 

Da lässt sich dann auch wirklich niemand lumpen, und gegen Morgen – wann is das eigentlich…wenn’s hell wird…der Geschmack im Mund metallisch wird…David wieder auflegt…Frau xy die Kinder weckt…Ficcanasso und der Flaver von ihrem ersten Erkundungstrip über den Campingplatz zurückkehren…Susi bemerkt, dass sie evtl. einen Pfeffi zuviel erwischt hat? – trollen sich fast alle ne Runde ins Bett. Da wäre dann im ein oder anderen Fall ne SMS auf jeden Fall einfacher gewesen, als sich der kollabierenden Artikulation auszuliefern!

Aber SMS is halt nich gleich SMS!