Quer durchs ToY (Chapter 08)

Alder, welcher komplett hirnverbrannte Idiot getraut sich den wirklich mitten im ToY einen Joint anzuzünden?“ Der Duft einer Indica Halbdschungellage Jahrgang 2011 steigt mir in die Nase, als ich gerade eine Drehung Richtung S. mache und Ihr ein breites Grinsen schenke. S. ist eine der hübschesten Frauen, die ich jemals kennen gelernt habe. Dazu kommt ein nicht klein zu bekommender Intellekt, eine manierliche Rhetorik und gute Erziehung – ja...die wenigen Mädels, die sich regelmäßig ins ToY trauen, können sich auch bei Tageslicht jederzeit sehen lassen!

 

Der Duft des Indicagewächses kommt natürlich vom DJ bzw. Lichtpult. E. ist der einzige, der es sich erlauben kann, ungestraft zu kiffen. Hätte ich auch selber drauf kommen können. Ich hole mir also meinen Anteil an der Spezialzigarette und hüpfe zurück auf die Tanzfläche, die an diesem Sonntag Morgen einmal mehr sehr gut besucht ist und von Nash wieder mit groovig wummerndem Sound bespielt wird. Zu S. gehört netterweise immer ein Haufen weiterer hübscher Gäumädels, weshalb ich noch den ein oder anderen Step und Drehungen wage, bevor ich mich daran erinnere, seit einiger Zeit bereits Zigaretten holen zu wollen. Dabei kommt mir der Gedanke vielleicht gleich noch einen Hamburger, einen Kaffee und eine Nase Pep nachzulegen, weshalb mein Ausflug Richtung Zigarettenautomat bei McDonalds in der Marienstraße vorerst endet und ich erst eine halbe Stunde später wieder zurück bin.

 

Im Eingangsbereich treffe ich E. Und T.F. - zwei mittlerweile zu Freunden gewordenen Bekannten aus der Feierszene. Die beiden sind nicht zusammen (T.F. ist stockschwul und E. sucht seit Jahren einen lieben Mann...hat aber ständig was mit Frauen) und doch nicht voneinander weg zu denken. Zwei echte Paradiesvögel im Stuttgarter Nachtleben. Beides hochtalentierte Friseure und Stilikonen.

Mittlerweile wohnen die Beiden auch zusammen in einer WG, so dass man sie eigentlich selten alleine trifft. Und wenn die Zwei Lust haben zu feiern, kann man sich Ihnen gar nicht entziehen. So viel Groove, Techno, Lust und Laune auf einem Fleck trifft man sehr selten! Natürlich sind auch E. und T.F. nicht mehr ganz nüchtern und wir verabreden uns an der Bar um einen Jägermeister und ein Bier auszutauschen. Da entdeckt uns Nash, dessen Playtime mittlerweile vorüber ist, und es kommt ein kurzer knallharter Rum zum Jägermeister und zum Bier dazu. Unser aller Darlin' Tom steht mittlerweile an den Decks. Ich kenne die örtlichen Gepflogenheiten und stelle mich schonmal auf den Geschmack eines schlecht gemixten doppelten Gin Tonics ein und begrüße Ihn mit einer festen Umarmung. Heute schließen wir das ToY ab. Wenn T. spielt und E. und T.F. da sind, kanns nur eskalieren.

 

Die mitgebrachten Zigaretten erfreuen sich auf meinem Weg zurück auf die Tanzfläche allgemeiner Beliebtheit. MJ und die beiden kleinen Lesben L und N grinsen ecstasy verliebt. Und auch die beiden verrückten Plochinger A und S haben sich uns mittlerweile angeschlossen und kurzerhand eine Flasche Absolut Wodka organisiert – die mit 35 € im Übrigen so günstig, wie in keinem Stuttgarter Club ist!

 

Ein weiteres unglaublich hübsches Mädchen steht auf einmal vor mir, schaut mich an und fragt ungeniert: „Hast Du etwas für mich?“ - Ich weiß natürlich was sie will, schicke sie aber höflich mit den Worten „sorry, nein, tut mir leid!“ ihres Weges und überlege mir, warum sie ausgerechnet mich gewählt hat, um eventuell an Drogen zu kommen. Nachdem mir vergangenes Jahr schon eine Tätigkeit als Zivilpolizist nachgesagt worden ist, dachte ich eigentlich, nicht mehr als Drogenbaron verwechselt zu werden. Aber Ausgelassenheit, gepaart mit meinem unübersehbaren Alter scheint immer noch eine guude Mischung zu sein.